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Die Geschichte von Einsiedeln begann vor bald 1200 Jahren mit dem hl. Meinrad. Im Jahr 835 zog sich Meinrad als Einsiedler in den Finsteren Wald zurück, um ganz für Gott da zu sein.

Nach seinem gewaltsamen Tod durch die Hand zweier Räuber am 21. Januar 861 stand seine Zelle verlassen da – doch nicht für lange Zeit. In Erinnerung an sein vorbildliches Leben als Mönch und Priester folgten gottesfürchtige Männer seinem Beispiel und lebten als Einsiedler im Finstern Wald.

Im Jahr 934 schliesslich wurde das Kloster Einsiedeln gegründet. Im Jahr 948 baten die Mönche des jungen Klosters Bischof Konrad von Konstanz, ihre neue Klosterkirche und die Kapelle des hl. Meinrad feierlich zu weihen.

Soweit die historisch gesicherten Fakten. An dieser Stelle setzt nun die Legende ein: In der Nacht vor der Weihe begab sich Bischof Konrad in die kleine Kapelle, um dort zu beten. Da sah er in einer Vision, wie Jesus Christus vom Himmel herabsteigt. Er wird begleitet von Scharen von Engeln sowie vielen Heiligen und die Jungfrau Maria erscheint wie in Licht gehüllt. In einem feierlichen Gottesdienst weiht Jesus Christus die Kapelle zu Ehren seiner Mutter Maria. Sie sollte in Einsiedeln ganz besonders verehrt werden und den Menschen den Weg zu ihrem Sohn weisen.

Als Bischof Konrad am anderen Morgen die Kapelle feierlich einweihen sollte, zögert er. Von den Mönchen zur Weihe gedrängt, gibt er schliesslich nach und will zur feierlichen Weihe schreiten. Schon zieht er die Gewänder für den Gottesdienst an, da erscheint ein Engel und sagt: "Bruder, halte ein! Die Kapelle ist bereits von Gott geweiht." Und die Weihe der Kapelle wird nicht vollzogen. Soweit die Legende.

Die Einsiedler Mönche setzten viel daran, diese Legende unter das Volk zu bringen, und verbreiteten die Geschichte des ausführlich beschriebenen heiligen Geschehens in Bild und Text. Mehrmals wurde vom Papst eine Bestätigung des wundersamen Geschehens in der Nacht auf den 14. September 948 erwirkt und die Wallfahrt zur Heiligen Kapelle mit zahlreichen Ablässen ausgestattet.

Die Wirkung blieb nicht aus: In Scharen strömten die Leute aus halb Europa vor allem zum Engelweihfest nach Einsiedeln, um hier in Form von Ablässen "Gnade über Gnade" zu empfangen. Im 15. Jahrhundert wurde dabei das Fest nicht mehr alljährlich gefeiert, sondern nur noch dann, wenn der 14. September auf einen Sonntag fiel – dann aber während ausgiebigen 14 Tagen. Für das Jahr 1466 ist von 130‘000 Pilgern, am Kirchweihtag allein von 80‘000 Menschen die Rede. Vierhundert Priester hörten Beichte.

Seit 1729 wird das Engelweihfest wieder jedes Jahr begangen. Die auf den Sonntag fallende "Grosse Engelweihe" wurde im Jahr 1856 aus Kostengründen auf acht Tage verkürzt, später dann auf den Sonntag allein beschränkt.

Die Wallfahrt nach Einsiedeln hatte sich zu dieser Zeit schon längst zu einer Marienwallfahrt gewandelt, spätestens nach der Zerstörung der Gnadenkapelle durch die Franzosen im Jahre 1798; auch nach ihrem zwischen 1815 und 1817 erfolgten Wiederaufbau war das Gnadenbild endgültig in den Mittelpunkt der Einsiedler Pilgerfahrt gerückt – bis auf einen Tag im Jahr, eben am 14. September.